Lohnt sich recyceltes Polyester bei Firmenbekleidung?
In den meisten Fällen ja. Die Herstellung von recyceltem Polyester verbraucht 59 Prozent weniger Energie als Neuware — bei voller Qualität. Nachgewiesen wird der Recyclinganteil über GRS oder RCS. Wichtig bleibt: Der Umweltvorteil zählt nur, wenn das Kleidungsstück danach auch lange getragen wird.
- Energieersparnis
- 59 % gegenüber Neuware
- Qualität
- Volle Qualität bei halbem Ressourcenverbrauch
- Nachweis
- GRS oder RCS — Recyclinganteil und Rückverfolgbarkeit
- Wasserverbrauch weltweit
- 20 % des globalen Brauchwassers fliessen in die Textilproduktion
Was die Zahl konkret bedeutet
Recyceltes Polyester entsteht aus bereits vorhandenem Material statt aus neuem Erdöl. Der entscheidende Unterschied liegt im Energieaufwand: Die Herstellung verbraucht 59 Prozent weniger Energie als Neuware.
Der häufigste Einwand lautet, Rezyklat sei schlechter. Für den Einsatz in Firmenbekleidung trifft das nicht zu — es geht um volle Qualität bei etwa halbem Ressourcenverbrauch.
Zur Einordnung, warum die Textilbranche hier überhaupt Verantwortung trägt: Rund 20 Prozent des weltweiten Brauchwassers fliessen in die Textilproduktion. Das ist Grund genug, Textilien wertzuschätzen statt zu verbrauchen.
Woran man echten Recyclinganteil erkennt
Die Angabe „recycelt" allein ist kein Nachweis. Belastbar wird sie durch GRS (Global Recycled Standard) oder RCS (Recycled Claim Standard). Beide weisen den Einsatz recycelter Kunststoffe nach und machen ihn rückverfolgbar.
GRS geht dabei weiter als RCS und schliesst zusätzliche Kriterien ein. Für eine transparente Nachhaltigkeitskommunikation sind beide brauchbar — entscheidend ist, dass überhaupt ein Standard genannt wird.
Wo recyceltes Polyester sinnvoll ist — und wo weniger
Stark ist Rezyklat überall dort, wo Polyester ohnehin das richtige Material wäre: Sportbekleidung, Funktionsshirts, Softshells, Fleece. Hier bekommen Sie dieselbe Funktion mit deutlich kleinerem Fussabdruck.
Weniger relevant ist die Frage bei Produkten, die aus Baumwolle bestehen sollen — dort führen andere Wege weiter, etwa GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle.
Und eine Grenze bleibt: Recyceltes Material ändert nichts daran, wie lange ein Kleidungsstück getragen wird. Ein rezykliertes Shirt, das nach einer Saison ausgemustert wird, ist ökologisch schlechter als ein robustes, das fünf Jahre hält.
Häufige Fragen
Wie viel Energie spart recyceltes Polyester?
Die Herstellung verbraucht 59 Prozent weniger Energie als Neuware — bei voller Qualität.
Ist recyceltes Polyester schlechter als Neuware?
Für den Einsatz in Firmen- und Sportbekleidung nicht. Es geht um volle Qualität bei etwa halbem Ressourcenverbrauch.
Wie wird der Recyclinganteil nachgewiesen?
Über GRS (Global Recycled Standard) oder RCS (Recycled Claim Standard). Beide weisen den Anteil nach und machen ihn rückverfolgbar.
Für welche Produkte eignet sich recyceltes Polyester?
Überall dort, wo Polyester ohnehin passt: Sportbekleidung, Funktionsshirts, Softshells, Fleece. Bei Baumwollprodukten führen andere Wege weiter, etwa GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle.