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Ist „Made in Europe" die nachhaltigere Wahl?

Nicht automatisch. Wenn die Näherei in Europa steht, die Rohstoffe aber ohne Herkunftsnachweis aus Übersee kommen, fehlt die Transparenz trotzdem. Entscheidend ist nicht das Herkunftslabel, sondern ob jemand die gesamte Kette kennt und kontrolliert. Kustom beschafft bewusst über China — mit einem eigenen Büro vor Ort, das Fabriken persönlich prüft.

Eigenes Büro vor Ort
Swissasia Trading, Shenzhen — seit 2011
Fabrikbesuche
Rund 20 Fabriken jährlich, drei Wochen intensiv vor Ort
Lokale Kontrolle
Durchschnittlich zweimal pro Woche in der Fertigung
Prüfstufen
Pre-Production Check, Inline Inspection, Final Inspection
Unangemeldete Besuche
Gehören zum Alltag

Warum das Herkunftslabel weniger aussagt als gedacht

„Made in Europe" beschreibt, wo der letzte wesentliche Verarbeitungsschritt stattfand — meistens das Nähen. Über die Faser, das Garn, die Färberei und deren Bedingungen sagt es nichts.

Genau da liegt das Problem: Wenn die Näherei in Portugal steht, der Stoff aber ohne Herkunftsnachweis aus Übersee kommt, ist die Kette nicht transparenter geworden — nur der Aufdruck klingt besser. Für uns ist das keine Lösung.

Die ehrlichere Frage lautet deshalb nicht „woher kommt das Label?", sondern „wer kennt die Kette und wer schaut hin?".

Warum wir bewusst über China gehen

In der Textil- und Werbeartikelproduktion schlägt in China nach wie vor das Herz der Fertigung. Für grössere Volumen ist der Markt praktisch nicht zu umgehen — das ist die nüchterne Realität, und wir benennen sie lieber, als sie zu kaschieren.

Aus dieser Ausgangslage machen wir das Beste: volle Kontrolle und faire Standards, durchgesetzt über ein eigenes Büro statt über Zwischenhändler. Swissasia Trading in Shenzhen ist seit 2011 unsere direkte Brücke — mit denselben Qualitätsansprüchen wie in Gossau.

Wo europäische Lösungen sinnvoll sind, greifen wir darauf zurück. Es ist kein Entweder-oder, sondern eine Frage des konkreten Produkts.

Wie Kontrolle konkret aussieht

Jeder Auftrag folgt einem festen Protokoll: Musterfreigabe, Zwischenkontrolle während der laufenden Produktion, Endabnahme vor dem Verpacken. In der Fachsprache Pre-Production Check, Inline Inspection und Final Inspection.

Dazu kommt Präsenz: Einmal im Jahr sind wir drei Wochen intensiv vor Ort und besuchen dabei gut 20 Fabriken. Das lokale Team ist deutlich näher dran — es kontrolliert die Fertigung durchschnittlich zweimal pro Woche direkt in der Halle.

Unangemeldete Besuche gehören zum Alltag. Wer keine Transparenz zulässt oder solche Besuche verweigert, kann nicht unser Partner sein.

Warum Kontrolle vor Ort auch ökologisch zählt

Mängel erst in der Schweiz festzustellen, ist eine ökologische Sünde: Die Ware ist dann bereits um die halbe Welt gereist, bevor sie sich als unbrauchbar erweist.

Deshalb greifen wir früher ein. Wer Fehler direkt in der Fabrik erkennt und korrigiert, spart nicht nur Nerven und Kosten, sondern auch Ressourcen und unnötige Emissionen. Wir schauen hin, bevor der Container geschlossen wird.

Häufige Fragen

Ist „Made in Europe" automatisch nachhaltiger?

Nein. Das Label beschreibt nur den letzten wesentlichen Verarbeitungsschritt. Kommen die Rohstoffe ohne Herkunftsnachweis aus Übersee, ist die Lieferkette nicht transparenter — nur der Aufdruck klingt besser.

Warum produziert Kustom in China?

Weil dort für grössere Volumen nach wie vor die Fertigungskompetenz liegt. Statt das zu kaschieren, setzen wir auf volle Kontrolle: ein eigenes Schweizer Büro in Shenzhen seit 2011 statt Beschaffung über Zwischenhändler.

Wie oft werden die Fabriken kontrolliert?

Das lokale Team ist durchschnittlich zweimal pro Woche in der Fertigung. Zusätzlich sind wir jährlich drei Wochen intensiv vor Ort und besuchen dabei rund 20 Fabriken. Unangemeldete Besuche gehören dazu.

Was passiert, wenn ein Partner keine Kontrolle zulässt?

Dann arbeiten wir nicht mit ihm. Wer keine Transparenz zulässt oder unangemeldete Besuche verweigert, kann nicht unser Partner sein.

Gibt es auch europäische Beschaffung?

Ja. Wo europäische Lösungen sinnvoll sind, greifen wir darauf zurück — entschieden wird nach Produkt, nicht nach Prinzip.

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